Praktikumsmappe

Jede Praktikumsmappe an der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule wird nach diesem
Inhaltsverzeichnis strukturiert.

Inhalt:

1 Deckblatt

Schulbezeichnung, Name des Schülers, Praktikumzeitraum, Praktikumbetrieb (Name, Anschrift)
   
2 Bewerbung

2.1 Lebenslauf
2.2

Anschreiben an den Betrieb

   
3 Der Beruf
3.1 Beschreibung des gewählten Berufs
3.2 Warum ich gerade diesen Beruf gewählt habe
3.3 Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen
   
4 Erwartungen
4.1 Was erwarte ich vom Praktikum?
4.2 Was wird von mir erwartet? (Grundregeln)
   
5 Der Praktikumbetrieb
5.1 Beschreibung des Betriebs
   
6 Das Praktikum
6.1 Tagesberichte
6.2 Drei Wochenberichte
   
7

Der Beruf aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen


7.1 Interview mit Frau Heisler (Logopädie)
7.2 Interview mit Frau Tingelhof (Ergotherapie)
   
8 Rückblick
8.1 Meine persönlichen Erfahrungen
8.2 Meine Erwartungen -Anspruch und Realität

 

 

1 Praktikumsmappe

Friederich-von-Spee Gesamtschule
Nina Sopp
'Praktikumzeitraum: vom 27.02.2001 - 16.03
.2001

GPR (Gemeinschaftspraxis Rose)
Herr Rose
Schulze-Delitzsch Str. 14
33100 Paderborn


 

2 Bewerbung

2.1 Lebenslauf

wird nicht veröffentlicht

2.2 Anschreiben an den Betrieb


 

3 Der Beruf

3.1 Beschreibung des gewählten Berufs

Mein Praktikum habe ich in einer Praxis für Logopädie und Ergotherapie verbracht. Ich habe diese Praxis gewählt, weil ich dort 2 verschiedene Berufe in einer Praxis erfahren konnte. Da ich den Unterschied zwischen Logopädie und Ergotherapie noch nicht so genau kannte, bot sich die Gemeinschaftspraxis für mich an. Die Ergotherapie beschäftigt sich mit Menschen, die entweder durch einen Unfall oder durch sonstige widrige Umstände ein körperliches Handykap haben. Hier wird ihnen durch Übungen des Gleichgewichts, durch Bewegungstraining, Lockerung der Muskeln und auch durch Stärkung des Selbstbewusstseins geholfen. Hausbesuche bei Schlaganfallpatienten, MS-Kranken und anderen nicht mehr allein selbstständig lebende Patienten, sind keine Seltenheit. Auch Kinder die in ihrer körperlichen Entwicklung noch nicht so fortgeschritten sind, wie es altersentsprechend wäre, werden vom Ergotherapeuten behandelt. Schulreifetests sind oft der späte Anlass für eine Überweisung des Kindes vom Kinderarzt zum Ergotherapeuten oder Logopäden. Durch eine fundierte 3 jährige Ausbildung ist der Ergotherapeut in der Lage all diesen Menschen ein wenig Hilfestellung zu geben. Der Logopäde beschäftigt sich vorwiegend mit Kindern, die eine Störung in ihrer Sprachentwicklung haben. Manchmal handelt es sich nur um eine Kleinigkeit, z.B. das falsche Aussprechen eines einzelnen Buchstabens, doch wenn keine Behandlung dieses Fehlers stattfindet, wird dieser Mensch als Erwachsener große Schwierigkeiten in seinem Leben, vielleicht auch in seinem Berufsleben haben. Oft helfen schon kleine Übungen, wie Ballspiele oder andere lockere Spiele um dem kleinen Patienten aus seiner Sprachschwierigkeit zu holen. Körperliche Bewegung ist sehr wichtig für diese kleinen Leute. Ein Training vor dem Spiegel um die Zungenbewegung oder die Lippenbewegung zu beobachten ist oft von großer Hilfe. Die Ausbildung des Logopäden dauert auch 3 Jahre.

 

3.2 Warum ich gerade diesen Beruf gewählt habe

Als die Zeit reif war, um sich für eine Praktikumstelle zu bewerben, stand ich zuerst einmal etwas dumm da. Ich hatte keine Ahnung für welchen Beruf ich mich entscheiden sollte. So erstellte ich eine Liste mit verschiedenen Berufen unter den Kriterien: Menschen, Tiere und Geräte. Schnell fand ich heraus, dass ich mich mehr für Menschen, besonders für Kinder interessiere. Jetzt wollte ich nicht unbedingt wie, viele Mädchen in meiner Klasse, in einen Kindergarten gehen. Der Zufall wollte es so, dass ich im Fernsehen einen Film über Logopädie und Ergotherapie gesehen habe. In unserem Bekanntenkreis ist auch eine Logopädin, bei der ich mich über ihren Beruf erkundigte. Zu guter Letzt habe ich viele Informationen im BIZ erhalten. Diese Berufe wurden so immer spannender für mich und so entschloss ich mich zu einer Bewerbung in der "GPR".

 

3.3 Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Um eine Ausbildung zum Logopäden absolvieren zu können, muss ich nicht unbedingt das Abitur haben, es ist jedoch von Vorteil. Auch ein Realschulabschluss kann ausreichen, um an einer Privatschule für Logopädie oder Ergotherapie eine Ausbildung zu erhalten. Hier bestimmt jedoch ein Auswahlverfahren über die Aufnahme. Für die medizinische Hochschule in Hannover wird jedoch das Abitur benötigt. Wichtig für die Aufnahme an all diesen Schulen sind, gute Deutschnoten, musische und kreative Kenntnisse. Im späteren Beruf muss ich mich mit Einfühlungsvermögen auf verschiedene Charaktere einstellen können. Ich muss viel Geduld und Spaß am Spielen haben. Als Ergotherapeut werden mehr Kenntnisse im medizinischen Bereich gefordert.


 

4 Erwartungen

4.1 Was erwarte ich vom Praktikum?

  • Meine Erwartungen vom Praktikum belaufen sich auf allgemeine Eindrücke an das Berufsleben. Wie ist es 8 Stunden zu arbeiten? Wie ist es Aufträge sofort und unmittelbar von einem Chef zu erhalten und auszuführen? Welche Anforderungen werden an mich gestellt? Kann ich alle Aufgaben die mir aufgetragen werden auch zur Zufriedenheit erledigen?
  • Diese Fragen möchte ich durch 3 Wochen Erfahrung beantwortet wissen. Natürlich hoffe ich auf einen netten Chef und nette Kollegen. Ich möchte akzeptiert werden und nicht nur Botendienste leisten müssen, sondern wirklich in diesen Beruf "hineinschnuppern" können.
  • Etwas Angst habe ich schon! Da ich mich gut mit Kindern verstehe, hoffe ich in diesen 3 Wochen viele kleine Leute, die noch etwas Unterstützung in ihrem Sprachgebrauch benötigen, kennen zu lernen. Sicher werde ich Menschen mit verschiedenen Behinderungen kennen lernen, denen mit der Ergotherapie geholfen werden kann. Die Art und Weise der Hilfe interessiert mich sehr. Welche Behandlungsmethoden werdengerade in dieser Praxis angewandt? Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Logopädie und Ergotherapie?
  • Für mich stellt sich natürlich auch die Frage ob ich mich für den Beruf des Ergotherapeuten oder der Logopädin hinreichend eigne und mir dieser Beruf für ein ganzes Berufsleben Spaß und Befriedigung bietet, welche Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Beruf bestehen. Auch auf diese Fragen erhoffe ich mir durch mein Praktikum einige Antworten.

 

4.2 Was wird von mir erwartet?

Am Anfang meiner Praktikumzeit wurde ich eingehend über meine Schweigepflicht belehrt. Diese einzuhalten, ist meine erste Pflicht. Da es sich um einen medizinischen Heilberuf handelt, darf ich nur betreuend assistieren. Natürlich werden Freundlichkeit, Höflichkeit, Pünktlichkeit und Aufmerksamkeit zu meinen Pflichten gehören. Auch Geduld, wenn ich einmal nicht bei einer Behandlung dabei sein kann, muss ich besitzen können. Kleine Aufgaben, wie Staubsaugen oder Blumen gießen, einkaufen und Botengänge sind für mich eine Selbstverständlichkeit.


 

5 Der Praktikumbetrieb

5.1 Beschreibung des Betriebs

Im September 1998 wurde die Gesundheitspraxis für Prävention und Rehabilitation (GPR) von Herrn Manfred Rose am Rande der Innenstadt von Paderborn gegründet. In der Praxis Arbeiten zwei Vollzeitergotherapeuten, eine Logopädin, sowie eine Logopädin auf Honorarbasis. Da die Praxis gute räumliche Möglichkeiten bietet, können diese nach Absprache der Therapeuten untereinander situations- und patientenabhängig genutzt werden.


 

6 Das Praktikum

6.1 Tagesberichte

Beispiel für einen Tagesbericht (vom 27.02.2001)

Logopädie

  • 9.00.Uhr Arbeitsbeginn
  • 9.10.Uhr mit einem kleinen Mädchen das "dr" geübt. "Schlaumeier" und Höhr-Memorry gespielt
  • 9.45.Uhr bis 10.30.Uhr mit einem Schlaganfallpatienten kurze Sätze geübt.
  • 10.30.Uhr bis 11.00.Uhr mit einem kleinen Jungen das "ch" geübt, "Krokodoc " und Zauberer gespielt.

Ergotherapie

  • 12.10.Uhr bis 13.00Uhr Mittagspause
  • 13.00 Uhr bis 13.45 Uhr im Ballbecken gespielt und Bilder gesteckt.
  • 14.00.Uhr Briefe zur Post gebracht."Regenwurmspiel" gespielt, um das "cha, che, chu" zu üben.
  • 14.30.Uhr bis 15.15.Uhr mit einem Jungen das "ch" geübt.
  • 15.15.Uhr bis 16.00 Uhr im Snouselraum Fischen gespielt.
  • 16.10. Uhr nach Hause gefahren.

weitere Tagesberichte gibt es hier.

 

 

6.2 Drei Wochenberichte

Erste Woche

Der erste Tag in meiner Praktikumzeit begann am Dienstag den 27.02.2001 um 9.15Uhr in der "GPR Rose". Meine Aufregung war groß, doch ich hatte keinen Grund dazu. Locker und höflich wurde ich in dieser Praxis für Ergo- und Logopädie empfangen. Schon am ersten Tag lernte ich den Begriff MS genauer kennen. Da ich direkt zum Hausbesuch eines MS Patientin von Herrn Rose mitgenommen wurde. MS ist eine Nervenkrankheit die dadurch entsteht, dass sich die Schutzröhre der Nervenbahnen lösen. Die Symptome der nachlassenden intellektuellen Fähigkeiten sind nachlassende Konzentrationsschwäche, Urteils- und Entscheidungsschwäche, leichte Ermüdbarkeit, verminderte Merkfähigkeit und allgemeine geistige Verlangsamung. Hausbesuche sind sehr wichtig für die Patienten, die durch Alters- schwäche oder andere Hindernisse nicht in die Praxis kommen können. Bevor ein Hausbesuch stattfinden kann, müssen einige wichtige Organisationen getroffen werden. Der bzw. die behandelnde Ergotherapeut/in analysiert er/sie die räumlichen Gegebenheiten und erstellt mit ihren Patienten und Angehörigen einen Plan für die Hilfsmittelbeschaffung und oder für bauliche Änderungen. Auch nähere Kenntnisse über die Logopädie lernte ich durch zusehen, zuhören und selber Mitmachen in den Logopädiestunden kennen. In der Logopädie werden Kinder und Erwachsenen die einige Buchstaben, oder zusammengesetzte Buchstaben nicht aussprechen können, keine langen Sätze oder keine kurzen Sätze sprechen können, behandelt. Auch Leute die einen Schlaganfall oder eine andere Situation mit späteren Schäden erleiden mussten, kommen genau wie auch behinderte Menschen in logopädische Behandlung. Einige neue Begriffe kamen mir an diesem Tag zu Ohren. Mein erster Tag in der Praxis "GPR" die genaue Bedeutung lautet "Große Praxis Rose" endete um 16.00Uhr für mich. Am nächstem Tag den 28.02.2001 einem, Mittwoch lernte ich näheres über die Ergotherapie. Ergotherapie ist eine Therapieform, bei der mit verschiedenen Methoden und Therapiematerialien dem Patienten so viel Selbstständigkeit und Eigenaktivität wie möglich zurückgegeben wird. Dies gilt im Prinzip für alle Bereiche, in denen Ergotherapeuten arbeiten. Ergotherapie gehört wie die Physiotherapie zu den medizinischen Heilberufen. Sie ist eine wichtige Heilmaßnahme zur Rehabilitation Kranker und Behinderter. Unter ärztlicher Aufsicht soll sie dazu dienen, die Wiederherstellung und den bestmöglichen Gebrauch aller Funktionen von Körper und Geist zu fördern mit dem Ziel, kranken und behinderten Menschen so zu helfen, dass diese ihre beruflichen, sozialen und häuslichen Bedürfnisse erfüllen, und so am Leben im umfassenden Sinne wieder teilhaben können. Den Snouselraum, der in dieser Praxis zur Entspannung, Konzentrationsförderung und zum Austoben eingerichtet wurde, bekam ich an diesem Tag auch zu Gesicht. Die bunten Wassersäulen, die bunten Bilder an der Wand und das Licht ließ ich beruhigend auf mich wirken. Auf weichen Matratzen und Kissen kann man sich dort bei meditativer Musik entspannen. Den nächsten Tag, am Donnerstag den 01.03.2001 begann ich um 9.00.Uhr. Ich lernt mit den Akten der Patienten um zu gehen und sortierte sie nach Nachnamen und danach ein, ob sie noch in Behandlung waren oder nicht. Auch heute wurde ich mit einem anderem Therapieraum bekannt gemacht nämlich mit der Turnhalle. Diese Turnhalle wurde überwiegend für Kinder angelegt. Die hyperaktiven Kinder können sich hier austoben und eine Kletterwand die an einem Computer angeschlossen ist, hilft den Kindern die Buchstaben besser auseinander halten zu können. Diese drei Tage waren sehr lehrreich für mich! Am Freitag den 02.03.2001 hatte ich kein Praktikum, da ich im Comenius Projekt bin und eine Schülerin aus Finnland zu Besuch hatte. An diesem Tag war die Verabschiedung und wir mussten alle wie gewöhnlich um 8.00Uhr in der Schule sein. Wir brachten unseren Gast (Elisa Koko) um 14.15 Uhr zum Bahnhof und waren sehr traurig, dass die schöne Zeit mit ihr schon zu Ende war.

 

Zweite Woche

In der 2. Woche, konnte ich mir einige Tests ansehen und selber ausprobieren. Es gibt viele verschiedene Tests die alle andere Bedeutungen und Auswirkungen haben. Um die Bewegungsabläufe und motorischen Funktionen, die sensorischen und perzieptiven Leistungen, die Handlungsfähigkeit des Kindes ( die Selbständigkeit ) und die kognitiven Leistungen erkennen zu können, werden folgende Tests mit den Kindern und Erwachsenden bearbeitet. - Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung.( Auch FEW genant. ) - Der Motorik- Test für 4-10 Jährige Kinder. ( Auch MOT genant) - Der Körperkoordinationstest. ( Auch CKTK genant ) Mein Lieblingstest, den ich jetzt auch einmal beschreiben möchte ist der CKTK- Test. Ich habe diesen Test so gerne gemacht, weil der Test sehr interessant ist und um selber heraus zu finden, wie die eigene Kondition, Balance und das Konzentrationsvermögen ist. Um diesen Test ausführen zu können benötigt man zu erst folgende Geräte: - drei unterschiedliche Balken. - zwei breite Holzplatten. - einen Block. - eine Stopuhr. Als erstes wird der breiteste Balken von den drei Balken auf den Boden gelegt. Der Patient balanciert 1 mal vorwärts und 3 mal rückwärts auf dem Balken. Dasselbe wird hinterher mit den andern 2 Balken gemacht. Nach dieser Balanciergeschichte wird ein Balken in die Mitte gelegt und der Patient muss, so schnell er kann, über diese Balken springen. Dieses macht er 2min. lang und jeder Sprung wird gezählt. Als dritte und auch letzte Testreihe werden die beiden Bretter auf den Boden gelegt. Der Patient stellt sich mit beiden Füßen auf die rechte Platte und wechselt, indem er die linke Platte nach rechts hoch nimmt und neben die andere Platte legt. So baut er sich einen Weg. Hier wird 1 Minute lang der Plattenwechsel gezählt. Zum Schluss werden die Ergebnisse, mit Hilfe einer Wertetabelle, ausgewertet. Dank dieses Test kann man hinterher feststellen, wie und ob dem Patienten geholfen werden kann. Nicht nur über die Tests habe ich mehr erfahren, sondern auch über die motorisch -funktionellen Behandlungen.

 

Dritte Woche

In der dritten Woche bekamen wir am Montag eine neue Praktikantin. In dieser Woche lernte ich auch geistig behinderte Menschen kennen. Der Umgang mit behinderten Menschen beeindruckte mich sehr in dieser Praxis, sie wurden liebevoll und aufmerksam behandelt, jedoch auch immer gefordert. Besonders interessant war für mich die Behandlung eines kleinen Jungen mit einem sogenannten Wasserkopf. Das Wasser staut sich schon während der Schwangerschaft unter der Schädeldecke, so steht das Gehirn ständig unter Druck und das Kind kann sich körperlich und geistig nicht so entwickeln, wie ein gesundes Kind. Um diese Stauung zu vermeiden, wurde unserem kleinen Patienten, sofort nach der Geburt, eine Drainage gelegt. Diese Drainage verstopfte jedoch nach einiger Zeit und so verlernte der kleine Mann einige Dinge, so wie laufen und sprechen. Nach einer kurzen Operation wurde die Verstopfung behoben und der kleine Junge lernte wieder, mit Hilfe der Logopädie und Ergotherapie das Laufen und Sprechen. Die Energie dieses Jungen beeindruckte mich sehr. Auch ein Mädchen mit Downsyndrom war in der logopädischen Behandlung. Sie erlernte durch die Logopädie einen größeren Wortschatz und sich besser ausdrücken zu können. Gerade dieses kleine Mädchen schloss ich sehr in meine Herz, denn sie war sehr lieb. Wir bauten einen großen Turm aus Holzklötzen mit ihr, den ich dann auch noch umwarf! Doch das machte ihr nichts aus. Ihr sonniges Gemüt faszinierte mich sehr. Sie wollte alles, aber auch wirklich alles lernen. Auch über Schlaganfall Patienten lernte ich mehr. Ein Schlaganfall ist, eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. So wird kurzzeitig keine Sauerstoffversorgung im Gehirn möglich. Die Folgen sind schrecklich! Meistens sind viele Funktionen des Körpers gelähmt. Bewegungseinschränkungen und Sprachstörungen sind die Regel. Trifft der Schlag die recht Seite des Gehirns, wird die gegenüberliegende Seite des Körpers betroffen. Schlaganfall Patienten können die gelähmte Seite ihres Körpers nicht wahrnehmen, deswegen passiert es sogar, dass sich Schlaganfall Patienten über das wenige Essen im Krankenhaus beschweren, da sie nur eine Hälfte des Essens wahrnehmen können. In dieser Woche nahm mich Herr Rose zu 3 Hausbesuchen mit. Die meisten Patienten erkannten mich jetzt schon wieder und freuten sich über meinen Besuch. Eine gute Erfahrung für mich. Am Donnerstag, nahm mich Herr Rose auch in das " Medizinische Zentrum für chinesische Heilkunde" mit. Hier besichtigten wir die Räumlichkeiten und wurden sehr nett empfangen.


 

7 Der Beruf aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen

7.1 Interview mit Frau Heisler am 14.03.2001 (Logopädie)

  • Wie lange üben sie diesen Beruf schon aus? Es sind fast 9 Jahre.
  • Wie lange sind sie schon in der Praxis "GPR" tätig ungefähr 1 1/4 Jahre.
  • Welche Fähigkeiten sind wichtig um Logopädin zu werden? Es ist wichtig eine gute Note in Deutsch zu haben, eine gute Aussprache sollte man haben, man sollte sich gut auf andere Charaktere einstellen können, gut improvisieren können, musikalisch sein und viel Spaß am Spielen haben.
  • Was gefällt ihnen so gut an diesem Beruf? Mir gefällt sehr gut, das der Beruf so vielfältig ist, das man ganz eng mit vielen Menschen zusammen arbeiten kann, dass wir in verschiedenen Teams zusammen arbeiten können und das man sehr selbständig arbeiten kann.
  • Was gefällt ihnen weniger gut an diesem Beruf? Eigentlich fällt mir nichts ein, da ich diesen Beruf sehr liebe. Aber eine Sache gibt es und das ist, dass es manchmal Patienten gibt, denen man nicht so gut helfen kann.
  • Auf welche Schule sind sie gegangen? Ich bin auf die Medizinische - Hochschule in Hannover gegangen.
  • Wie lange dauerte die Ausbildung? Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
  • Wie sind sie auf diesen Beruf gekommen? Ich war vorher Opernsängerin, und mein Lehrer hat es mir geraten. Meine Mutter hat auch dazu beigetragen, da sie Hals- Nasen- Ohren- Ärztin ist und sie viel über den Beruf weiß.
  • Hätten sie gerne eine eigene Praxis? Und wenn ja, warum? Ich habe schon einmal darüber nachgedacht aber, ich finde die Zusammenarbeit mit der Ergotherapie und der Logopädie sehr gut, diese Zusammenarbeit würde mir dann sehr fehlen.
  • Arbeiten sie lieber mit Kindern, Erwachsenden oder mit beiden zusammen? Genau die Mischung macht's!

 

7.2 Interview mit Frau Tingelhof am 07.03.2001 (Ergotherapie)

  • Wie lange sind sie schon Ergotherapeutin? Seit August 2000.
  • Haben sie vorher noch etwas anderes gemacht? Ich war Verkäufern, danach habe ich eine Familienpause eingelegt, nach der Familienpause habe ich in einer Großküche gekocht. Das wurde mir dann alles zu langweilig und ich machte einer Umschulung und danach habe ich eine Ausbildung begonnen, die mich zur Ergotherapeutin ausbildete.
  • Auf welche Schule sind sie gegangen? Ich bin in Melle auf die IFBM Schule für Berufe mit Zukunft gegangen.
  • Was mögen sie besonders gerne an diesem Beruf? Mir gefällt besonders an diesem Beruf, das er so vielfältig ist, das man kreativ sein kann, das man viele neue Leute kennen lernt und das man verschiedene Krankheiten heilen kann.
  • Was mögen sie nicht besonders gerne an diesem Beruf? Die Arbeitszeiten finde ich zu lange, es sollte eine bessere Bezahlung geben und das was ich überhaupt nicht gut finde ist, dass der Beruf Ergotherapeutin so unbekannt ist.
  • Wie lange sind ihre Arbeitszeiten? Von Morgens um 9.00.Uhr bis 18.00.Uhr. Natürlich gibt es auch viele Ausnahmen wo ich schon früh anfange und auch viel später erst aufhöre zu arbeiten.
  • Hatten sie schon länger vor Ergotherapeutin zu werden? Nein, denn bis vor 5 Jahren wusste ich noch nicht, dass es diesen Beruf gib

 

8 Rückblick

8.1 Meine persönlichen Erfahrungen

Für mich hat sich dieses Praktikum, entgegen meinen Erwartungen, mehr als gelohnt. Zu Beginn dieser Zeit, wusste ich sehr wenig über diese beiden Berufe. Jetzt habe ich sehr klare Vorstellungen über meinen Berufswunsch. Da ich so viele nette Menschen kennen gelernt habe, denke jetzt ganz anders über die Zeit nach der Schule. Ich bin in der Praxis Rose von allen sehr nett aufgenommen worden und habe mich voll akzeptiert gefühlt. Herr Rose und seine Mitarbeiter haben sich sehr viel Mühe gegeben, mir so viel wie möglich vom Beruf des Ergotherapeuten und des Logopäden zu zeigen. Ich habe die Vielseitigkeiten dieser Berufe kennen gelernt. Die 3 Wochen in der Praxis haben mir die Möglichkeit gegeben, leicht behinderte und auch schwer behinderte Menschen in vielfältiger Art und Weise kennen zu lernen. Die Freude über neu Erlerntes oder wieder Erlerntes haben mich fasziniert und geben mir den Ansporn vielleicht auch eines Tages eine gute Therapeutin zu werden. Angst vor dem Berufsleben habe ich nun nicht mehr, ich weiß es gibt wirklich wunderswunderschöne Berufe, die mich bestimmt ausfüllen werden.

 

8.2 Meine Erwartungen -Anspruch und Realität

Eigentlich hatte ich mir mein Praktikum ganz anders vorgestellt. Ich hatte nicht wenig Angst, 3 Wochen lang, Langeweile zu erfahren. Diese Angst war jedoch völlig unbegründet. Auch 8 Stunden und mehr zu arbeiten, macht nicht so viel aus, wenn die Arbeit im Beruf einem viel Spaß macht und man nette Kollegen und einen Chef hat. Meine Hoffnung auf ein wenig Information über die Berufe der Logopädie und Ergotherapie ist mehr als erfüllt worden. Die Erwartung nur zuschauen zu müssen, wurde nicht bestätigt. Dann und wann, war meine Hilfe dann doch gefordert, so durfte ich die Computerkletterwand neu mitgestalten und immer wieder neue Arbeitsmaterialien mit erstellen. Hausbesuche bei den schwerbehinderten und alten Patienten habe ich am allerwenigsten erwartet. Auch das war eine ganz neue Erfahrung für mich, wie man in solchen Situationen mit den Patienten umgehen kann und muss. In der letzten Praktikumwoche durfte ich sogar, nach Absprache durch Herrn Rose mit den Müttern der Kinder, allein mit den Kindern arbeiten. 2 Mal legte ich den Buchstabenteppich im Snouselraum mit den kleinen Patienten und 1 Mal spielte ich ein Steckspiel mit einem kleinen Mädchen im "kleinen Ergoraum". Das der Beruf als Logopäde oder als Ergotherapeut so vielseitig ist und auch ein Schulpraktikum schon so interessant und schön sein kann, habe ich nicht erwartet.