Erste
Woche
Der erste
Tag in meiner Praktikumzeit begann am Dienstag den 27.02.2001 um 9.15Uhr
in der "GPR Rose". Meine Aufregung war groß, doch ich hatte keinen
Grund dazu. Locker und höflich wurde ich in dieser Praxis für Ergo-
und Logopädie empfangen. Schon am ersten Tag lernte ich den Begriff
MS genauer kennen. Da ich direkt zum Hausbesuch eines MS Patientin
von Herrn Rose mitgenommen wurde. MS ist eine Nervenkrankheit die
dadurch entsteht, dass sich die Schutzröhre der Nervenbahnen lösen.
Die Symptome der nachlassenden intellektuellen Fähigkeiten sind nachlassende
Konzentrationsschwäche, Urteils- und Entscheidungsschwäche, leichte
Ermüdbarkeit, verminderte Merkfähigkeit und allgemeine geistige Verlangsamung.
Hausbesuche sind sehr wichtig für die Patienten, die durch Alters-
schwäche oder andere Hindernisse nicht in die Praxis kommen können.
Bevor ein Hausbesuch stattfinden kann, müssen einige wichtige Organisationen
getroffen werden. Der bzw. die behandelnde Ergotherapeut/in analysiert
er/sie die räumlichen Gegebenheiten und erstellt mit ihren Patienten
und Angehörigen einen Plan für die Hilfsmittelbeschaffung und oder
für bauliche Änderungen. Auch nähere Kenntnisse über die Logopädie
lernte ich durch zusehen, zuhören und selber Mitmachen in den Logopädiestunden
kennen. In der Logopädie werden Kinder und Erwachsenen die einige
Buchstaben, oder zusammengesetzte Buchstaben nicht aussprechen können,
keine langen Sätze oder keine kurzen Sätze sprechen können, behandelt.
Auch Leute die einen Schlaganfall oder eine andere Situation mit späteren
Schäden erleiden mussten, kommen genau wie auch behinderte Menschen
in logopädische Behandlung. Einige neue Begriffe kamen mir an diesem
Tag zu Ohren. Mein erster Tag in der Praxis "GPR" die genaue Bedeutung
lautet "Große Praxis Rose" endete um 16.00Uhr für mich. Am nächstem
Tag den 28.02.2001 einem, Mittwoch lernte ich näheres über die Ergotherapie.
Ergotherapie ist eine Therapieform, bei der mit verschiedenen Methoden
und Therapiematerialien dem Patienten so viel Selbstständigkeit und
Eigenaktivität wie möglich zurückgegeben wird. Dies gilt im Prinzip
für alle Bereiche, in denen Ergotherapeuten arbeiten. Ergotherapie
gehört wie die Physiotherapie zu den medizinischen Heilberufen. Sie
ist eine wichtige Heilmaßnahme zur Rehabilitation Kranker und Behinderter.
Unter ärztlicher Aufsicht soll sie dazu dienen, die Wiederherstellung
und den bestmöglichen Gebrauch aller Funktionen von Körper und Geist
zu fördern mit dem Ziel, kranken und behinderten Menschen so zu helfen,
dass diese ihre beruflichen, sozialen und häuslichen Bedürfnisse erfüllen,
und so am Leben im umfassenden Sinne wieder teilhaben können. Den
Snouselraum, der in dieser Praxis zur Entspannung, Konzentrationsförderung
und zum Austoben eingerichtet wurde, bekam ich an diesem Tag auch
zu Gesicht. Die bunten Wassersäulen, die bunten Bilder an der Wand
und das Licht ließ ich beruhigend auf mich wirken. Auf weichen Matratzen
und Kissen kann man sich dort bei meditativer Musik entspannen. Den
nächsten Tag, am Donnerstag den 01.03.2001 begann ich um 9.00.Uhr.
Ich lernt mit den Akten der Patienten um zu gehen und sortierte sie
nach Nachnamen und danach ein, ob sie noch in Behandlung waren oder
nicht. Auch heute wurde ich mit einem anderem Therapieraum bekannt
gemacht nämlich mit der Turnhalle. Diese Turnhalle wurde überwiegend
für Kinder angelegt. Die hyperaktiven Kinder können sich hier austoben
und eine Kletterwand die an einem Computer angeschlossen ist, hilft
den Kindern die Buchstaben besser auseinander halten zu können. Diese
drei Tage waren sehr lehrreich für mich! Am Freitag den 02.03.2001
hatte ich kein Praktikum, da ich im Comenius Projekt bin und eine
Schülerin aus Finnland zu Besuch hatte. An diesem Tag war die Verabschiedung
und wir mussten alle wie gewöhnlich um 8.00Uhr in der Schule sein.
Wir brachten unseren Gast (Elisa Koko) um 14.15 Uhr zum Bahnhof und
waren sehr traurig, dass die schöne Zeit mit ihr schon zu Ende war.
Zweite
Woche
In der
2. Woche, konnte ich mir einige Tests ansehen und selber ausprobieren.
Es gibt viele verschiedene Tests die alle andere Bedeutungen und Auswirkungen
haben. Um die Bewegungsabläufe und motorischen Funktionen, die sensorischen
und perzieptiven Leistungen, die Handlungsfähigkeit des Kindes ( die
Selbständigkeit ) und die kognitiven Leistungen erkennen zu können,
werden folgende Tests mit den Kindern und Erwachsenden bearbeitet.
- Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung.( Auch FEW genant.
) - Der Motorik- Test für 4-10 Jährige Kinder. ( Auch MOT genant)
- Der Körperkoordinationstest. ( Auch CKTK genant ) Mein Lieblingstest,
den ich jetzt auch einmal beschreiben möchte ist der CKTK- Test. Ich
habe diesen Test so gerne gemacht, weil der Test sehr interessant
ist und um selber heraus zu finden, wie die eigene Kondition, Balance
und das Konzentrationsvermögen ist. Um diesen Test ausführen zu können
benötigt man zu erst folgende Geräte: - drei unterschiedliche Balken.
- zwei breite Holzplatten. - einen Block. - eine Stopuhr. Als erstes
wird der breiteste Balken von den drei Balken auf den Boden gelegt.
Der Patient balanciert 1 mal vorwärts und 3 mal rückwärts auf dem
Balken. Dasselbe wird hinterher mit den andern 2 Balken gemacht. Nach
dieser Balanciergeschichte wird ein Balken in die Mitte gelegt und
der Patient muss, so schnell er kann, über diese Balken springen.
Dieses macht er 2min. lang und jeder Sprung wird gezählt. Als dritte
und auch letzte Testreihe werden die beiden Bretter auf den Boden
gelegt. Der Patient stellt sich mit beiden Füßen auf die rechte Platte
und wechselt, indem er die linke Platte nach rechts hoch nimmt und
neben die andere Platte legt. So baut er sich einen Weg. Hier wird
1 Minute lang der Plattenwechsel gezählt. Zum Schluss werden die Ergebnisse,
mit Hilfe einer Wertetabelle, ausgewertet. Dank dieses Test kann man
hinterher feststellen, wie und ob dem Patienten geholfen werden kann.
Nicht nur über die Tests habe ich mehr erfahren, sondern auch über
die motorisch -funktionellen Behandlungen.
Dritte
Woche
In der
dritten Woche bekamen wir am Montag eine neue Praktikantin. In dieser
Woche lernte ich auch geistig behinderte Menschen kennen. Der Umgang
mit behinderten Menschen beeindruckte mich sehr in dieser Praxis,
sie wurden liebevoll und aufmerksam behandelt, jedoch auch immer gefordert.
Besonders interessant war für mich die Behandlung eines kleinen Jungen
mit einem sogenannten Wasserkopf. Das Wasser staut sich schon während
der Schwangerschaft unter der Schädeldecke, so steht das Gehirn ständig
unter Druck und das Kind kann sich körperlich und geistig nicht so
entwickeln, wie ein gesundes Kind. Um diese Stauung zu vermeiden,
wurde unserem kleinen Patienten, sofort nach der Geburt, eine Drainage
gelegt. Diese Drainage verstopfte jedoch nach einiger Zeit und so
verlernte der kleine Mann einige Dinge, so wie laufen und sprechen.
Nach einer kurzen Operation wurde die Verstopfung behoben und der
kleine Junge lernte wieder, mit Hilfe der Logopädie und Ergotherapie
das Laufen und Sprechen. Die Energie dieses Jungen beeindruckte mich
sehr. Auch ein Mädchen mit Downsyndrom war in der logopädischen Behandlung.
Sie erlernte durch die Logopädie einen größeren Wortschatz und sich
besser ausdrücken zu können. Gerade dieses kleine Mädchen schloss
ich sehr in meine Herz, denn sie war sehr lieb. Wir bauten einen großen
Turm aus Holzklötzen mit ihr, den ich dann auch noch umwarf! Doch
das machte ihr nichts aus. Ihr sonniges Gemüt faszinierte mich sehr.
Sie wollte alles, aber auch wirklich alles lernen. Auch über Schlaganfall
Patienten lernte ich mehr. Ein Schlaganfall ist, eine plötzliche Durchblutungsstörung
im Gehirn. So wird kurzzeitig keine Sauerstoffversorgung im Gehirn
möglich. Die Folgen sind schrecklich! Meistens sind viele Funktionen
des Körpers gelähmt. Bewegungseinschränkungen und Sprachstörungen
sind die Regel. Trifft der Schlag die recht Seite des Gehirns, wird
die gegenüberliegende Seite des Körpers betroffen. Schlaganfall Patienten
können die gelähmte Seite ihres Körpers nicht wahrnehmen, deswegen
passiert es sogar, dass sich Schlaganfall Patienten über das wenige
Essen im Krankenhaus beschweren, da sie nur eine Hälfte des Essens
wahrnehmen können. In dieser Woche nahm mich Herr Rose zu 3 Hausbesuchen
mit. Die meisten Patienten erkannten mich jetzt schon wieder und freuten
sich über meinen Besuch. Eine gute Erfahrung für mich. Am Donnerstag,
nahm mich Herr Rose auch in das " Medizinische Zentrum für chinesische
Heilkunde" mit. Hier besichtigten wir die Räumlichkeiten und wurden
sehr nett empfangen.